„Jagd ohne Hund ist Schund“

Dieses Sprichwort kennt wohl jeder Jäger und der ethische Grundgedanke des waid- und tierschutzgerechten Jagens nimmt einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft ein. Aber schon der mecklenburgische Oberförster Alexander Schmook (* 1888; † 1969) sagte Anfang des letzten Jahrhunderts:

Wer will zu den Jägern zählen,
läßt kein Wild zu Tode sich quälen,
jagt allein nicht durch die Weite,
führt den guten Hund zur Seite!

sp-hasenthal13-1Kaum zu wundern, dass sich auch die Politik dessen angenommen hat und die Verpflichtung in vielen Landesjagdgesetzen rechtlich verankert hat.
Der Deutschen Brackenverein e.V. (DBV), in dessen Regionalgruppe Ost ich Mitglied bin, nimmt sich der Verantwortung an, in dem er nicht nur hervorragende Jagdhunde züchtet, sondern sich auch im Anschluss an den Welpenerwerb um die Belange der Mitglieder kümmert. So wurden im letzten Jahr Übungstage, Schweißseminare und Regionalgruppentreffen mit interessanten Vorträgen ausgerichtet. Alles mit einem entscheidenden Ziel: der brauchbare Jagdhund!

Das viele Jäger sich der Verantwortung bewusst sind, zeigt die rege Beteiligung an Übungen, Seminaren und Prüfungen.

Am 08.06.2013 fand die Verbandsfährtenschuhprüfung 20h ausgerichtet vom Deutschen Brackenverein e.V. Region Ost, in Hasenthal/ Thüringen unter der Prüfungsorganisation und Prüfungsleitung von Jürgen Schmidt statt. Zeitgleich wurde die Vereinsprüfung des DBV SP1 und SP1FS (ohne Altersbegrenzung) absolviert.
Die Prüfung war für 12 Hunde ausgeschrieben und 11 Hundeführer wollten diese schwere Prüfung bestreiten. Leider war ein Hund kurzfristig erkrankt, daher meldeten sich 10sp-hasenthal13-3 Hundeführer samt Hunden am Morgen des 08.06.13 beim Prüfungsleiter.
Neben den 7 Brandlbracken wurden 1 Steirische Bracke, 1 Schwarzwildbracke und 1 Magya Viszla angemeldet.
Das Wetter meinte es gut mit den Prüflingen. Die letzten Wochen waren regnerisch, sodass der Boden leicht feucht war. Am Morgen des Prüfungstages schien die Sonne, welche sich im Laufe des Tages jedoch hinter Wolken verzog, es blieb aber trocken. Die Temperaturen lagen zwischen 14 und 21°C. 
Das Prüfungsgebiet und die Fährten waren trotzdem eine Herausforderung. Jede Fährte war mindestens 1000m lang und es waren 3 Haken und 6 Verweiser bei der SP1 zu meistern. Erschwerend kam hinzu, dass das Revier im Staatsforst mit gutem Wildbestand gesegnet ist, was so manchen Hund und Führer in die Irre führen wollte. Das Gebiet bestand hauptsächlich aus Fichten mit viel Naturverjüngung. Es mussten jedoch auch Lichtungen und Wege gemeistert werden.

Nachdem die Formalien wie Abgabe der Ahnentafeln, Überprüfung der Identität der Hunde und Verlosung der Fährten abgehandelt wurden, brachen die Gruppen ins Revier auf. Jeder Hund musste mit Hilfe seines Führers, in Begleitung von 3 Prüfern die schwierige Fährte meistern.
Im Anschluss an die bestandene Schweißprüfung des DBV konnte noch die Brauchbarkeit abgelegt werden. Um zu bestehen wurde folgendes geprüft: Verhalten am Stück, Schussfestigkeit, Leinenführigkeit, Allgemeiner Gehorsam und Verhalten auf dem Stand. Nur ein Gespann war den Anforderungen noch nicht gewachsen. Alle anderen waren gut vorbereitet. Vier Gespanne hatten das Glück und wurden für ihre Mühen mit dem ersten Preis belohnt. Ein Gespann bekam den zweiten Preis und vier Gespanne den dritten Preis. Die Hunde die für die anschließende Brauchbarkeitsprüfung gemeldet waren bestanden mit Bravour.
Für mich überraschend war der einzige „Vorstehhund“ an diesem Tag der Beste. Die Magyar Vizsla Hündin Daya von den Reithen mit Führerin Martina Schneider lieferten eine absolut perfekte Arbeit ab und wurde zum Suchensieger gekürt.

An dieser Stelle möchtesp-hasenthal13-2 ich allen Prüfern und engagierten Hundeführen danken, dass sie ihre Freizeit opfern um brauchbare Hunde auszubilden, zu prüfen und zu führen.
An alle die selbst keinen brauchbaren Hund haben sei eins gesagt: „ Jagst du im Feld, Wald oder Au; jagst du auf Has, Hirsch oder Sau; jagst du als Gast, Herr oder Knecht; nicht WER, das WIE macht waidgerecht!“ (Dr. W. Kopp) Daher habt Respekt und Achtung vor den Leistungen, denn auch ihr werdet sie brauchen, wenn ihr waidgerecht jagen wollt.


Kathrin Plomer

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