Gebrauchsprüfung Regionalgruppe Ost

Am 27.09.2014 fand in Muggenbach bei Coburg  unter der Leitung unseres Regionalbeauftragten Jürgen Schmidt eine Gebrauchsprüfung (GP) statt. Die Teilnehmerzahl war im Vergleich zu den Vorjahren überwältigend hoch. Insgesamt waren 8 Gespanne angetreten (darunter 5 BrBr, 2 StBr und 1 DBr), um sich der Herausforderungen der höchsten Leistungsprüfung des DBV, welche nicht für umsonst als „Meisterprüfung“ bezeichnet wird, zu stellen.
Bei herrlichem Spätsommerwetter trafen sich alle Teilnehmer, Richter und Zuschauer um 8 Uhr an der Jagdhütte Muggenbach im Landkreis Coburg. Dort wurden wir bei frischem Kaffee, Laugenbrezeln und Brötchen von Jürgen Schmidt und unserem Vorsitzenden Josef Riecken begrüßt. Nach Bekanntgabe des Prüfungsablaufes, Vorstellung der Richter und Prüflinge sowie der obligatorischen Überprüfung sämtlicher Papiere entschied das Los über die Gruppeneinteilung. Prüfungsgruppe 1 setzte sich aus 1 StBr, 2 BrBr und 1 DBr zusammen und wurde von Herrn Schmidt als Prüfungsleiter sowie Achim Schneider (KTB) und Dr. Jürgen Romahn (DBV) geführt.  Josef Riecken als Richterobmann der Gruppe 2 sowie Michael Bauer (DBC) und Axel Bergelt (SBV) folgten sodann    3 BrBr und 1 StBr mit ihren Führern.
gp-coburg2Um ca. 9 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung und wir fuhren ins Prüfungsrevier. In der Prüfungsgruppe 1 musste ein Gespann das Prüfungsfach „Schweißarbeit“ absolvieren. Alle anderen Hundeführer konnten den Nachweis einer bereits abgelegten SP1 FS/ VFSP erbringen, dessen Ergebnis  für die GP übernommen wurde. Auf der 1.000m Übernachtfährte zeigte die erst 18 Monate alte Steirische Hündin eine sehr souveräne Arbeit und kam mit einem 2.Preis zum Stück. Im Anschluss stand für die Gespanne beider Gruppen das Prüfungsfach „Laute Jagd“ auf der Tagesordnung. Mit Hilfe der ortskundigen Revierpächter wurde jedem Hund eine ca. 3-4 ha große Dickung zugewiesen und mit Prüfern und Helfern umstellt. Nachdem der Hund geschnallt wurde, sollte er zügig und weiträumig das umstellte Gebiet absuchen und gefundenes Wild laut jagend verfolgen. Im Anschluss der Arbeit wurden Fährtenwille, Fährtensicherheit, Fährtenlaut und Kontakt zum Führer beurteilt. Bei einem Hund konnte die Arbeit leider nicht bewertet werden, da dieser in verschiedenen Dickungskomplexen kein Wild gefunden hatte. Für das Gespann war die Prüfung an dieser Stelle leider beendet. Ein weiterer Hund konnte verletzungsbedingt ebenfalls nicht am weiteren Prüfungsverlauf teilnehmen.
In der Gruppe 1 wurde bei der Deutschen Bracke auch die Schleppenarbeit geprüft. Dazu wurde eine 300m lange Haarwildschleppe mit 2 stumpfwinkligen Haken gelegt, welche anschließend am Riemen gearbeitet werden musste.  Nach einer kurzen Verschnaufpause an der Jagdhütte, bei der sich alle mit Rostbratwürsten und Getränken stärken konnten, kamen am Nachmittag die Gehorsamsfächer an die Reihe.
Los ging es mit „Leinenführigkeit“ und „Ablegen“. Der Hundeführer musste seinen angeleinten Hund dazu in einen Altholzbestand führen und ihn dann frei oder angeleint ablegen. Anschließend hatte er sich außer Sicht zu entfernen und auf Kommando der Richter zwei Schrotschüsse abzugeben. Weiterhin mussten die Hunde ihre „Standruhe“ beweisen und bei einer simulierten Drückjagd, während dieser sowohl von Hundeführern als auch Treibern geschossen wurde, ruhig neben ihren Führern verweilen und den Jagdbetrieb nicht stören. Auch das Folgen „Frei bei Fuß“ sowie die „Schussfestigkeit“ zeichnen einen brauchbaren Jagdhund aus und gehörten ebenfalls zum Prüfungsinhalt. Als letztes mussten die Hunde eine „Anschneideprüfung“ absolvieren. Dazu wurde ein Stück Rehwild ca. 20m im Wald gezogen und abgelegt. Der Hund musste das Stück anschließend in freier Suche finden und von den Richtern wurde das „Verhalten am Stück“ beurteilt. Nach dieser letzten Hürde konnte man allen Hundeführern die Erleichterung ansehen, denn die zeitaufwendige und mühevolle Ausbildung ihrer Schützlinge hatte sich ausgezahlt, alle verbliebenen 6 Gespanne hatten die Meisterprüfung mit sehr guten gp-coburg1Ergebnissen bestanden! Durch die nunmehr erlangte und bundesweit anerkannte Brauchbarkeit steht dem jagdlichen Einsatz der Hunde sowie der bevorstehenden Drückjagdsaison nichts mehr im Wege.
Mit Übergabe der Prüfungszeugnisse und abschließenden Worten von Herrn Schmidt und Herrn Riecken ging gegen 19:00 Uhr ein gut organisierter, harmonischer und erfolgreicher Prüfungstag zu Ende. Herzlichen Dank an Herrn Dr. Jürgen Romahn und seine Frau Vera für die Bereitstellung des Prüfungsrevieres und die gute Bewirtung sowie an alle Richter und sonstige Akteure, welche an der Vorbereitung und Durchführung dieser Gebrauchsprüfung beteiligt waren. Besonderer Dank gilt jedoch Jürgen Schmidt, der durch sein unermüdliches und aufopferungsvolles Engagement die Ausbildung unserer Hunde fördert und die Vereinsarbeit in vorbildlicher Weise bereichert.

Brackenheil
Sibylle Wiegler

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