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Blitz-AP in Sontheim an der Brenz am 04.10.2025

04.10.2025 | Regionalgruppe Süd

Bereits vor 8 Jahren konnte ich an einem AP-Übungstag das Prüfungsrevier im Gundelfinger Moos kennenlernen. Damals führten uns Herbert Hanning und der damalige Regionalbeauftragte Norbert Kuhn durch die Übung. Trotz widrigster Bedingungen und kilometerlangem Marsch bekam jeder Hund einen Hasen, den er arbeiten konnte. Als Erstlingsführer war das eine großartige Erfahrung. Somit war die Vorfreude auf einen guten Hasenbesatz und gute Prüfungsbedingungen groß. Wir wurden bei der Herbst-Anlagenprüfung in Sontheim auch dieses Mal nicht enttäuscht!

Die Natur des Donaurieds, der zweitgrößten Offenlandschaft nach der Lüneburger Heide, ist auch ohne Prüfung eine Reise wert. Deshalb war ich schon einen Tag vor dem Prüfungstag angereist und hatte bei bestem Wetter mit meinen beiden Nachwuchs-Steirern den bayrischen Teil des Rieds um Riedhausen durchstreift.

Leider hielt das trockene Traumwetter über Nacht nicht. Die Anfahrt fand im Nieselregen statt. Pünktlich zum Eintreffen endete der Regen. Was ein Glück! Der nun auffrischende Wind erschwerte die Arbeit der Hunde, da er die Witterung schnell von der Fährte wegtrug. Das spiegelte sich bei den Bewertungen in einer nicht ganz perfekten „Fährtensicherheit“.

Alle Teilnehmer waren früh am Suchenlokal „Schwarzenwanger Hof“ von Georg und Waltraud Nieß eingetroffen. So konnten noch vor der offiziellen Eintreffzeit die Jagdscheine und Impfpässe kontrolliert und die Ahnentafeln abgegeben werden. Zügig wurde auch die Chip-, Hoden- und Gebisskontrolle sowie die Größenmessung der Hunde von der Richterin Sigrid Zeyher abgearbeitet. Bereits um 08:34 Uhr konnte Herbert Hanning als Richterobmann und Revierführer gemeinsam mit dem Organisator und Richter Clemens Stampfer die Prüfung eröffnen. Nach kurzem Abriss über die Regularien (Prüfungsordnung) und den Ablauf der Prüfung konnten die Hunde auf der angrenzenden Wiese ihre Bewegungsfreude und damit ihren „Gesundheitszustand“ zeigen. Da sich alle Kandidaten gut abrufen ließen, konnte die Prüfung nach wenigen Minuten „eine Wiese weiter“ mit der Schussfestigkeitsüberprüfung fortgesetzt werden.

Auch dieser Prüfungsteil war zügig absolviert. Ein Tipp an dieser Stelle an alle, die eine AP führen wollen: Wenn Sie die Prüfer nicht verärgern wollen, geben Sie den Schuss bitte aus jagdlichem Anschlag ab.

Die Hunde waren schnell aufgekoppelt. So konnte die Böhmische Streife direkt neben dem Gasthaus starten. Schon verwöhnt mit dem Blitzmodus dauerte es nun „lange“ 20 Minuten und es bedurfte ungefähr einer Strecke von einem Kilometer, bis der erste Hase aufstand und zurück in Richtung Gasthaus flüchtete. Anton machte seine Sache gut und konnte nach einer Jagd von über 5 Minuten angeleint werden. Wenige Meter weiter wurde bereits das nächste Langohr hochgemacht und die Hündin von Steffen und Georg Obert zeigte ebenfalls eine sehr gute Arbeit. Auch sie jagte länger als 5 Minuten (Fährtenwille 4). Auch der 3. Hase lag nicht weit vom 2. in der Sasse. Leider hatte ich den Hasen nicht gesehen. Dank der perfekten „Einweisung“ von Georg Obert konnte ich Budi auf die Spur bringen. Nach ein paar Metern hatte er sich festgesaugt und ich konnte die Leine ablaufen lassen. Wiff, wiff, wiff und der Hund verschwand am Horizont – was für eine schöne Musik in den Ohren eines Hundeführers. Mit vielem Rufen und Zureden ließ sich der kleine, passionierte Hasenjäger zur Rückkehr überzeugen. Somit konnte die Suche für die 4. Kandidatin beginnen. Kaum war der erste 90°-Schwenk der Streife vollzogen, stand der letzte Hase auf. Die Hündin konnte zeigen, was sie kann. Die Donauhasen müssen sehr attraktiv sein, denn auch sie wollte die Suche nicht aufgeben und es dauerte deshalb ein bisschen länger bis sie eingefangen werden konnte.

Währenddessen konnte die Prüfung für die ersten 3 Gespanne abgeschlossen werden und die Beurteilungen wurden erklärt. Die letzte Kandidatin sollte zum Abschluss noch einmal ihre Schussfestigkeit zeigen, was gut gelang. Bereits um 11:00 Uhr war alles vorbei. Wow, was für ein „Hasenrennen“!

Die Richter und Hundeführer waren zufrieden und somit konnte die Wirtschaft zum Schüsseltreiben „gestürmt“ werden. Während die Richter die Papierarbeit erledigten, ließen die Hundeführer die Prüfung bei Tisch Revue passieren.

Solche Hasenreviere sind eine Wucht! Wir können uns glücklich schätzen, wenn wir zu solchen Revieren Zugang haben. Das ist nicht selbstverständlich!

Zum Abschluss noch eine große Bitte als Züchter an die Führer der Nachwuchshunde. Auch bei dieser Prüfung hat sich wieder gezeigt, dass ältere und sehr gut eingearbeitete Hunde durch die Bank sehr gute Bewertungen bekommen. Bei jungen Hunden unter oder um 12 Monate ist die Leistung am Prüfungstag zu oft ein Lotteriespiel! Ich weiß das leider auch aus eigener Erfahrung! Zu junge Hunde sind einfach noch zu inkonstant. Bracken sind im Vergleich zu vielen anderen Jagdhunderassen in der Regel „Langsamentwickler“. Tun Sie sich und ihrem Hund das nicht an, den Hund zu früh zu führen! Eine „verpatzte“ AP bringt nur Frust und demotiviert, weitere Prüfungen anzugehen!

Dr. Jan-Peter Juwana